Architektur ist Sehnsucht nach Ewigkeit

EWIGKEIT | SYSTEMICA | Keine Kommentare | 17. August 2010

Architektur verewigt Ideen, Grundhaltungen, Lebenskonzepte, Ideologien. Der Mensch sehnt sich nach andauerndem Glück. Raumbildung befasst sich mit dem abstrakten Phänomen des ewigen Lebens.

Das Streben nach persönlichem Glück liefert Ideen für Entwurfsgrundsätze. Eine inhaltsvolle Architektur bedient das Strebens eines Auftraggebers.

Wo es beim persönlichen Glück grundsätzlich um ein oberflächliches Hochgefühl geht, hat das Streben nach Unsterblichkeit Ansätze des Ideen- und Gruppenschutzes.

In diesem Zusammenhang geht es um Identifikation mit eigenem Gedankengut oder einer Gemeinschaft. Die Ewigkeit findet hier Raum im intellektuellen Erfolg oder mit der Vererbung über Generationen.

Betrachtet man das Streben nach Unsterblichkeit, sind zwei prozessuale Grundsätze zu erkennen, die auch in der Architektur Anwendung finden.

Die Gesundheitsbewegung als erster Grundsatz, stellt in der Raumplanung zwei Schwerpunkten dar. Zum einen geht es um Eigenbalance und zum anderen um Umweltbalance. Es gilt Gleichgewicht im Nutzerspektrum zu schaffen und Räume zu entwickeln, die eine gesunde Balance mit der Umwelt bieten. Hierbei geht es nicht um die politisch korrekte Grünfärbung eines Bauwerks, sondern um Effizienz mit Ressourcen. Es geht darum, einen Raum zu entwerfen, der frei von unnötigem Ballast ist.

Der zweite prozessuale Grundsatz ist die Gemeinschaftsbildung. In den kommenden Jahrzehnten des Informationszeitalters werden symbolische Räume einen hohen Stellenwert einnehmen, mehr als in der vergangenen Epoche. Aufgrund der Diversität von Ideologien und Grundsätzen, finden sich Gesellschaften in vielerlei unterscheidbaren Orten wieder.

Crowdsourcing in der Architektur ist noch kaum praktiziert und bedeutet die Abkehr vom Bauherrn als Konsumenten. In einem Open Source-Prozess erlaubt es der Architekt seinen Designprozess mit den Projektbeteiligten so vorzubereiten, dass ein Entwurf entsteht, der nach Baufertigstellung nahtlos weiterentwickelt werden kann. Ist die kollektive Idee erst einmal umgesetzt, kann sie spielerisch weiterentwickelt werden. Der industriell geprägte Begriff des Konsumprodukts wird vom Begriff des Spiel-Raumes abgelöst.

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